Niemand will erleuchtet sein!

Sie wären auch gerne erleuchtet?

Wären Sie nicht!

Ich kann’s beweisen 🙂

In der spirituellen Szene treffen wir auf eine Fülle von Lehrern, die uns Erleuchtung in Aussicht stellen, wenn wir gewisse Regeln befolgen und bestimmte Techniken anwenden. Auch die Religionen werben fleißig damit, sei es nun die Erlösung im Christentum, das Erlangen des Nirwana im Buddhismus oder das Samadhi der Hindus. Das Ende seines Leidens erhofft sich der Suchende, doch welchen Preis er in letzter Konsequenz dafür zahlen würde, ist ihm selten bewusst.

Dualität und Leiden

SadhuNehmen wir für das Folgende einmal an, dass mit »Erleuchtung« keine Erfahrung in irgendeiner Form gemeint ist, wie etwa die eines veränderten oder erweiterten Bewusstseins, ähnlich einem Drogenrausch.

Des Weiteren definieren wir das »Ego« als die Summe aller Geschichten, die wir uns über uns selbst und unsere Umwelt erzählen, also alle Gedanken und Konzepte in der Form: »Ich bin …« (gut, schlecht, schwarz, weiß, Mann, Frau, schön, hässlich, schlau, dumm, jemand, der Spinat mag, jemand, der lieber Döner mag usw. usf.)

Dann wird klar, dass das Ego in einer dualen Welt existiert. Zu jedem Ding, dem wir einen Namen geben, gibt es automatisch ein Gegenteil. Wenn es Schwarz gibt, muss es auch Nicht-Schwarz geben (z. B. Weiß, Grau, Rot, Blau …)

Leiden produziert das Ego nun durch Widerstand gegen solche Dualitäten, z. B.: »Ich bin krank, ich sollte aber gesund sein!«

Wenn ich also nicht leiden will, muss die Dualität weg (oder zumindest der Widerstand dagegen). Also her mit der Erleuchtung!

Nicht-Dualität

Erleuchtung können wir also definieren als die Befreiung von der Dualität, oder ihrer Auslöschung (=Nirwana). Manchmal wird auch vom »Tod des Ego« gesprochen. Und genau da ist der Haken an der ganzen Sache.

Wenn kein Ego mehr da ist, kein »Ich«, wer ist dann noch übrig, der die Erleuchtung bezeugen könnte?

Denn mit der Existenz eines solchen »Ich«, das seine Erleuchtung genießen könnte, taucht automatisch auch sein Gegenteil, ein »Nicht-Ich« auf, und, schwupps, findet es sich in der Dualität wieder.

Harte Nuss, was?

Mein Tipp: Nicht zuuu lange drüber nachdenken. 🙂

© 2013 Björn Klug

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