Die perfekte Bewerbung, Teil 6/8 – Bewerbungsmappe und Deckblatt

Wenn Sie alle Unterlagen beisammen haben, ist das Schlimmste schon erledigt. Nun müssen Sie nur noch alles in der richtigen Reihenfolge zusammenstellen und ansprechend verpacken. Hier erfahren Sie alles, was Sie zu den Themen Bewerbungsmappe und Deckblatt wissen müssen.

Wenn Sie meine bisherigen Artikel dieser Reihe aufmerksam gelesen haben, werden Sie es schon ahnen: Bis auf wenige Ausnahmefälle rate ich Ihnen weder zu einem ausgefallenen Deckblatt noch zu einer schicken Bewerbungsmappe. Der Grund: Das Outfit sollte nicht vom Inhalt ablenken, sondern ihn untermauern. Ob Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, ist reine Ermessens- und Geschmacksfrage. Sie machen nichts falsch, wenn Sie es weglassen.

Deckblatt: Weniger ist mehr

Wer möchte nicht gerne ein toll gestaltetes Deckblatt haben, das aus der Masse heraussticht. Doch leider sind die wenigsten von uns geborene Designer. Mit Hausmitteln bekommen die wenigsten ein schönes Deckblatt hin. Wenn Sie es trotzdem versuchen wollen, halten Sie es schlicht und verfallen nicht der Versuchung, mit den vielfältigen Möglichkeiten heutiger Textverarbeitungsprogramme zu spielen, ohne genau zu wissen, was Sie da tun. Noch besser: Lassen Sie es von jemandem gestalten, der Erfahrung damit hat. Hier einige Tipps für’s Deckblatt:

  • Wie der Name schon sagt: Ein Deckblatt soll abdecken. Es ist nicht der richtige Ort für viel Information. Beispielsweise halte ich es für überflüssig und redundant, dort Adresse und Kontaktdaten zu wiederholen, die bereits aus Anschreiben und Lebenslauf ersichtlich sind.
  • Was aufs Deckblatt gehört: Position, auf die Sie sich bewerben (»Bewerbung als Busfahrerin«), evtl. die Firma (»bei den Kölner Verkehrsbetrieben«), ein Foto, Ihr Name und Ihre Berufsbezeichung (»Berufskraftfahrerin«). Das reicht.
  • Aufteilung und Design sind beliebig, sollten jedoch natürlich zum Lebenslauf passen.
  • Foto: Für das Deckblatt sollte das Foto deutlich größer sein als für den Lebenslauf (jedoch nicht größer als Postkartenformat). Hier haben Sie die Gelegenheit, professionelle Bewerbungsfotos im Querformat zu verwenden, die immer beliebter werden. Selbstverständlich enthält Ihr Lebenslauf bei Verwendung eines Deckblattes kein Foto mehr.

Bewerbungsmappe: exklusiv nicht immer vorteilhaft

Der teure Dreiteiler oder den preisgünstigen Klemmhefter? Vor dieser Wahl steht praktisch jeder Bewerber. Ich empfehle den Dreiteiler nur noch in Ausnahmefällen, denn seine Verwendung bringt einige Einschränkungen mit sich. Vorteile des Dreiteilers: Er wirkt etwas gediegener, und der Empfänger hat beim Durchblättern der Unterlagen auf der rechten Seite immer Ihren Lebenslauf im Blick.

Nachteile des Dreiteilers:

  • großer Platzbedarf auf dem Schreibtisch
  • unhandlich für die Personalabteilung, wenn Unterlagen gescannt oder kopiert werden sollen
  • wird oft mit unpraktischer Klemmleiste geliefert, oder noch schlimmer, mit Lochheftung
  • nur für einseitige Lebensläufe geeignet
  • keine Verwendung eines Deckblatts möglich/sinnvoll
  • keine Verwendung eines Fensterbriefumschlags möglich, da das Anschreiben innen liegt

Der Dreiteiler kam Mitte der Achtziger in Mode und war damals noch etwas ganz besonderes. 25 Jahre später hat sich dieser Exklusivitätsvorteil etwas abgenutzt, und deshalb rate ich zum ganz normalen Klemmhefter mit folgenden Vorteilen:

  • transparente Vorderseite, die das Foto durchscheinen lässt
  • leicht für die Personalabteilung beim Kopieren der Unterlagen handzuhaben
  • passt normalerweise noch in einen C4-Umschlag
  • praktische Bedienung im Gegensatz zu fummeligen Klemmschienen

Tipp: Auf keinen Fall sollten Sie Lochhefter benutzen, damit machen Sie sich in der Personalabteilung gleich unbeliebt.

Druck, Befüllung und Versand

Beachten Sie für den Ausdruck Ihrer Unterlagen bitte folgende Hinweise:

  • Papierqualität
    • Nehmen Sie statt Standard-Kopierpapier mit 80 g/m² mindestens Papier mit 100 g/m².
    • Erkundigen Sie sich nach edlen Papiersorten, z. B. mit Satineffekt. Damit können Sie Punkte sammeln.
    • Achten Sie darauf, dass das Papier auch für die Verwendung mit Ihrem Drucker geeignet ist.
    • Verwenden Sie für Ihre ganze Bewerbung dieselbe Papiersorte
    • Für Ihre Zeugnisse können Sie einfache Schwarzweiß-Kopien aus dem Copyshop verwenden. Es schadet jedoch nicht, auch hier das gleiche Papier zu verwenden
  • Druckqualität
    • Laserdrucker produzieren immer noch die besten Ergebnisse und sind auf jeden Fall vorzuziehen
    • Moderne Tintenstrahldrucker können ähnlich gute Ergebnisse liefern, sofern eine geeignete Papiersorte verwendet wird
    • Fotodruck: Die erste Wahl ist immer noch der Abzug, den Sie auf den Lebenslauf oder das Deckblatt mit Klebestift aufkleben. Wenn Sie Ihr Foto selbst drucken möchten, dann bitte nur mit einem wirklich guten Fotodrucker, der keine Streifen, Pixel oder Verfärbungen produziert. Das beste Ergebnis erzielen Sie, wenn Sie den Lebenslauf mit einem Laserdrucker drucken und das Foto nachträglich mit dem Fotodrucker darüber drucken.

Achtung: Auf keinen Fall akzeptabel sind ausgefranste Buchstaben, wie sie ältere Tintenstrahler oder billige Papiersorten verursachen oder Streifen im Druck. Lassen Sie Ihre Unterlagen notfalls im Copyshop drucken, wenn Sie keinen guten Drucker besitzen.

Befüllung des Klemmhefters

Eigentlich ist es ganz einfach: das Wichtigste/Neueste ganz nach vorne, das Unwichtigste/Älteste ganz nach hinten.

  • ganz oben: Deckblatt (wenn vorhanden)
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse in chronologisch absteigender Reihenfolge

Das Anschreiben kommt nicht in die Mappe, sondern wird locker obenauf gelegt. Wenn Sie Ihr Anschreiben korrekt gestaltet haben, können Sie so praktischerweise einen Fensterbriefumschlag verwenden und ersparen sich so den Mehraufwand für das Adressieren des Umschlags.

Achtung: Heften Sie keine Blätter zusammen, damit machen Sie der Personalabteilung das Leben unnötig schwer.

Befüllung des Dreiteilers

Dreiteiler werden in verschiedenen Varianten geliefert, und irgendwie weiß niemand so genau, wie man sie denn befüllen soll. Die klassische Version sieht vor, dass die Zeugnisse in den Mittelteil kommen, der Lebenslauf rechts daneben (bei aufgeklappter Mappe) und das Anschreiben auf die Rückseite des Teils, das den Lebenslauf hält. Ein Deckblatt ist nicht vorgesehen oder sinnvoll.

Versandtasche

Wie schon erwähnt ist die einfachste Variante der Fensterbriefumschlag. Wenn Sie fensterlose B4- oder C4-Umschläge verwenden möchten, können Sie die Adresse direkt auf den Umschlag oder auf ein Adressetikett drucken. Mit Hand adressieren sollten Sie nur, wenn Sie über eine schöne Handschrift verfügen.

Zum vorigen Artikel: Teil 5: Zeugnisse

Zum nächsten Artikel: Teil 7: E-Mail-Bewerbung

© 2016 Björn Klug

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