Archive for Mai, 2011

31. Mai 2011

Mitleid oder Mitgefühl?

Des Dalai Lama liebstes Kind

Beim Lesen von aus dem Englischen übersetzten Texten stolpere ich immer wieder über die Verwendung des Wortes »Mitleid«, wo »Mitgefühl« im Kontext viel besser passen würde. Meist stellt sich heraus, dass es sich um eine Fehlübersetzung des englischen compassion handelt, da der Übersetzer offenbar mit der Materie nicht hinreichend vertraut war. Allerdings trifft ihn nicht die ganze Schuld, denn seinem Wortstamm nach (lat. passio = Leiden) stellt Mit-Leid auf den ersten Blick tatsächlich eine formal korrekte Übersetzung dar. Weiterlesen »

28. Mai 2011

Shit happens

Alle wichtigen Religionen leicht verständlich erklärt

Ein Klassiker – von mir neu zusammengestellt. Funktioniert leider nicht so gut in Deutsch.  Auch als PDF zum Download zum Ausdrucken. Bei mir hängt’s auf der Besuchertoilette …

Taoism — Shit happens
Buddhism — Shit happening is an illusion
Islam — If shit happens, it is the will of Allah
Judaism — Why does shit always happen to us?
Hinduism — This shit has happened before Weiterlesen »

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25. Mai 2011

Denkste!

Intelligenz – Fluch oder Segen?

Mit dem, was mir an kognitiver Leistungsfähigkeit mit auf den Weg gegeben wurde, bin ich ganz zufrieden. Zumindest reichte sie, um mir in Schule und Uni trotz einer gewissen Faulheit akzeptable Noten bei geringem Lernaufwand zu ermöglichen. Doch ich wollte mehr. Ich wollte alles verstehen und alles erklären können. So mutierten Intellektualität und Bildung mit der Zeit zum höchsten Gut für mich. Umso härter traf mich später die Erkenntnis: Intelligenz wird maßlos überschätzt! Weiterlesen »

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23. Mai 2011

Zen bringt nix

Der Nutzen der Meditation

Vom Zen-Buddhismus hat fast jeder zumindest schon einmal gehört, und auch, dass die Meditation ein zentraler Bestandteil jedes spirituellen Weges ist. Was sich aber eigentlich dahinter verbirgt, wissen schon weniger. Auf Nachfrage würden Sie feststellen, dass die meisten Insider beim Erklären ganz schön ins Schleudern kommen, und Sie eher verwirrter zurücklassen als vorher. Zum einen liegt das daran, dass sich Meditation mit Worten gar nicht beschreiben lässt, zum anderen lautet die ungeschminkte Wahrheit schlicht: Meditation bringt nichts! Weiterlesen »

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18. Mai 2011

Moderne Nahrungssuche

Verpackungsingenieure sind die ersten, die an die Wand gestellt werden, wenn die Revolution kommt

So ist es in der Encyclopaedia Galactica zu lesen. Na gut, nicht ganz, denn dort ist eigentlich von der Marketing-Abteilung der Sirius Cybernetics Corporation die Rede, aber ich bin sicher, die hängen mit drin. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass unsere Nahrungssuche seit der Steinzeit eher komplizierter denn einfacher geworden ist? Gegenüber dem Kampf mit modernen Verpackungen wirkt das Erledigen eines Mammuts wie ein Kinderspiel. Ohne Spezialwerkzeug und zusätzliche Intelligenz droht uns nämlich der Hungertod. Weiterlesen »

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17. Mai 2011

»Meins!« sagt die Meinung

Missverstandene Meinungsfreiheit

Eine Beobachtung des Kabarettisten Dieter Nuhr hat weite Kreise gezogen (leider meist nur der letzte Satz):

Das ist so schrecklich, dass heute jeder Idiot zu allem eine Meinung hat. Ich glaube, das ist damals mit der Demokratie falsch verstanden worden: Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Es wäre ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

Auch wenn sich der Ausspruch nur auf die Äußerung unqualifizierter Meinungen bezieht, lässt die breite Resonanz erahnen, dass mit dem Prinzip Meinung etwas Grundlegendes nicht stimmt. Und tatsächlich: Meinungen tragen nicht nur nicht zu unserer Freiheit bei, sondern schränken diese sogar ein. Weiterlesen »

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14. Mai 2011

Konsensrealität

Was du hörst, kann nie sein, was ich sage

In meiner Kommunikation – vor allem mit Menschen, die mir wichtig sind – bemühe ich mich stets, mir das Folgende vor Augen zu halten:

Ich kann niemals davon ausgehen, dass mein Gegenüber das hört, was ich zu sagen versuche.

Den größeren Teil meines bisherigen Lebens habe ich stillschweigend vorausgesetzt, dass andere Menschen mich wirklich verstehen können, und bis vor wenigen Jahren wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Annahme in Frage zu stellen. Ich war fest davon überzeugt, dass ich mich nur präzise genug ausdrücken muss, dann würden mich die anderen schon verstehen – mit einem Minimum an gutem Willen jedenfalls. Weit gefehlt! Weiterlesen »

11. Mai 2011

Buddhismus im Business

Ist der Buddhismus alltagstauglich?

Vielleicht gehören Sie ja auch schon zu denjenigen, die mitbekommen haben, dass unser auf kontinuierliches materielles Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem mittel- bis langfristig dem Untergang geweiht ist, aber Sie haben noch keine rechte Vorstellung, wo die Alternativen liegen könnten. Vielleicht haben Sie ebenfalls davon gehört, dass man schon seit längerem sogar in Deutschland Managementseminare in buddhistischen Klostern besuchen kann. Sollte Ihnen das noch zu abgefahren sein, sind aber trotzdem neugierig und möchten mal ins Thema ‚reinschnuppern, dann könnte Sie das hier vorgestellte Buch interessieren. Weiterlesen »

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11. Mai 2011

Hör doch mal zu!

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – Zuhören unbezahlbar

Mal Hand auf’s Herz: Wann haben Sie das letzte Mal bewusst zugehört? Und ich meine damit nicht, einfach nur den Mund zu halten, sondern sich mit aufrichtiger Neugier dafür zu interessieren, was Ihnen jemand erzählt. Meine Beobachtung ist jedenfalls, dass echtes Zuhören eine seltene Kunst zu sein scheint. Stattdessen wird der so genannte Meinungsaustausch gepflegt, was in der Regel bedeutet, dass nach dem Gespräch beide Partner mit ihren Meinungen wieder nach Hause gehen, ohne dass sich an selbigen irgend etwas verändert hätte. Der Preis, den wir dafür bezahlen: echte Beziehungen können so nicht zustande kommen. Weiterlesen »

9. Mai 2011

Commitment – Was wir wirklich wollen

Ein sinnvoller Anglizismus

Wenn ich die Wahl habe, etwas mit einem deutschen oder einem englischen Wort auszudrücken, wähle ich das deutsche, sofern die Bedeutung gleichwertig ist. Normalerweise hat unsere Sprache ja auch genug zu bieten, um prägnant zu formulieren. Die Mehrzahl der Anglizismen, die unseren Wortschatz in den letzten Jahrzehnten aufgebläht haben, tragen also höchstens zur Redundanz bei.

In Ausnahmefällen kann es jedoch durchaus sinnvoll sein, andere Sprachen zu beleihen, wenn ein essentieller Sachverhalt in der eigenen Sprache nur sehr umständlich zu beschreiben wäre. Das englische »commitment« ist so ein Beispiel. Weiterlesen »